Blackphone mit vorinstallierten Apps

Blackphone: Datenschützer in Schwarz

Kaum ein Tag vergeht ohne neue Meldungen über die Datensammlerei von Unternehmen und Geheimdiensten: Wem die eigene digitale Privatsphäre wichtig ist, der hat gerade wenig Grund zur Freude. Das Blackphone verspricht Abhilfe.

Das durch und durch schwarze Smartphone, das auf der MWC in Barcelona vorgestellt wurde, möchte Security und Privatsphäre in den Mittelpunkt stellen. Hinter dem Gerät stehen keine Unbekannten: Es beruht auf einer Kooperation des spanischen Herstellers Geeksphone und der Security-Firma Silent Circle, die von Phil Zimmermann gegründet wurde. Zimmermann gilt als renommierter Sicherheitsexperte und hat das PGP-Verfahren entwickelt, mit dem E-Mails verschlüsselt werden können.

Blackphone mit vorinstallierten Apps

Schwarz und sicher: Beim Blackphone ist Privatsphäre ein Feature (Bild: Christine Blake, W2 Communications)

Kombination aus Apps und Services für mehr Datenschutz

Um die Privatsphäre zu schützen, setzt das Blackphone auf eine Kombination aus Smartphone sowie unterschiedlichen Apps und Services. Als Betriebssystem kommt eine angepasste Version von Android namens „PrivatOS“ zum Einsatz. Außerdem gibt es einen vorinstallierten VPN-Dienst (Virtuelles Privates Netzwerk) zum Verschleiern des Surfverhaltens, digitale Suchanfragen werden anonymisiert, und eine verschlüsselte Cloud-Lösung mit 5GB Speicherplatz steht ebenfalls bereit. Weitere vorinstallierte Apps verschlüsseln Nachrichten und Anrufe zu anderen Blackphone-Nutzern. In einem umfangreichen Security-Center soll der Anwender die Berechtigungen von Apps verwalten können. Wer möchte, kann natürlich auch sein Google-Konto verwenden und Apps aus dem Google-Play-Store installieren.

Logisch, dass man dabei zunächst an Edward Snowden und seine Enthüllungen denkt. Die Security-Experten hinter dem Blackphone betonen jedoch: Vor Geheimdiensten wie der NSA sei man mit dem Telefon nicht sicher, wohl aber vor anderen Datensammlern.

Das Blackphone zeigt aber auch die Grenzen verschlüsselter Kommunikation: Jeder ist für seine Sicherheit selbst verantwortlich. Mit dem Kauf eines Blackphones erwirbt der Anwender zwei Jahre Nutzung der jeweiligen Sicherheitsdienste, für Freunde und Familie bekommt er drei Geschenk-Gutscheine für jeweils ein Jahr. Danach liegt es an jedem selbst, ob er für die Dienste zahlen möchte.

Wem die Idee des Blackphones gefällt, kann die Services des Security-Unternehmens Silent Circle gegen eine monatliche Gebühr von 10 Dollar auch mit anderen Geräten verwenden. Einzelne Funktionen lassen sich auch mit kostenlosen Apps nachbilden.

Die technischen Spezifikationen des Blackphones: ein 2 GHz Quad-Core-Prozessor, ein 4,7 Zoll HD IPS Screen, 2 GB RAM, 16 GB Speicher, LTE, Bluetooth 4.0, 802.11n Wifi und GPS. Das Blackphone soll im Juni erscheinen und kann bereits unter der Adresse https://www.blackphone.ch für 629 $ vorbestellt werden. Zu diesem Preis sollten noch Steuern und Versand aus den Vereinigten Staaten hinzugerechnet werden, die erwähnten Security-Dienste sind für zwei Jahre enthalten.

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