Icons von Facebook, Telegram und Threema

Sichere Alternativen zum Platzhirsch

Eines muss man WhatsApp lassen: Der Service ist unglaublich einfach. Der Hauptkritikpunkt betrifft die schlechte Verschlüsselung – was aber müsste eine bessere Alternative liefern? Zwei Kriterien sind besonders wichtig:

  • quelloffener Programmcode: Für viele Sicherheitsexperten gilt, dass eine echte Alternative ihren Programmcode offenlegen müsste (sog. „Open Source“). Möchte eine App beispielsweise Bilder übertragen, benötigt sie natürlich Zugriff auf die Kamera. Handelt es sich um Open-Source-Software, kann jeder mit entsprechenden Programmierkenntnissen prüfen, ob die App mit den Bildern wirklich nur das tut, was der Nutzer von ihr erwartet.
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Bei dieser Verschlüsselungsart wird eine Nachricht direkt beim Absender verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt. Auf diese Weise kann sie auch auf ihrem Weg dahin nicht einfach mitgelesen werden.

Nicht vergessen sollte man aber auch: Der Sinn eines Instant Messengers liegt darin, andere Nutzer zu erreichen – die Verbreitung eines Services ist also ein ebenso wichtiges Kriterium. Seit der WhatsApp-Übernahme sind es vor allem zwei Dienste, die einen großen Nutzerzuwachs verzeichnen: das russische Telegram sowie Threema aus der Schweiz.

  • Telegram: Der junge Chat-Messenger Telegram (erste Version: 14. August 2013 auf iOS) aus der Feder von Pavel und Nikolai Durov verwendet eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, sofern der Nutzer dies eingeschaltet hat. Außerdem ist die Software zum größten Teil quelloffen. Neben den offiziellen Anwendungen für Android und iOS gibt es inoffizielle Apps für andere Betriebssysteme.
    Bedenken bei Telegram gibt es jedoch auch bei Telegram: Der Journalist Martin Weigert [14] hat herausgearbeitet, wie schwierig es ist, mit Telegram Kontakt aufzunehmen. Die Stiftung Warentest stört sich außerdem an der Übertragung von Kontaktinformationen sowie den AGB [15]. Patrick Beuth berichtet in der Zeit über Zweifel an der Verschlüsselungstechnologie [16]
  • Threema: Threema ist eine App aus der Feder der Schweizer Kasper Systems GmbH und wird im Test der Stiftung Warentest als unbedenklich gewertet [15]. Mittels eines Punktesystems erläutert die App, wie vertrauenswürdig die Kontakte sind. Dicker Minuspunkt: Die Software ist geschlossen und derzeit nicht von unabhängigen Instanzen überprüft [16]. Zwar erlaubt die App, eine Kopie der Nachricht auf dem eigenen Gerät zu validieren. Der Journalist Hanno Böck merkt jedoch an, dass man letztlich nicht sicher sein könne, ob die Nachricht auch tatsächlich so verschickt wird [17]. So muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er Threema vertrauen möchte oder nicht.

Neben diesen beiden Anwendungen gibt es viele weitere interessante Alternativen, die jedoch eine geringere Verbreitung aufweisen. Bei der Wahl des richtigen Instand Messengers wird daher jeder Nutzer für sich selbst abwägen müssen, welche Aspekte ihm und seinen Kommunikationspartnern besonders wichtig sind.

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