Markus Bäcker  / pixelio.de

PZ Know-How: So sichern Sie Ihr Google-Konto

Es vergeht ja kaum noch ein Tag ohne die Schreckensbotschaft, dass mal wieder Millionen von Internet-Accounts gehackt worden sind. „Gehackt“ heißt, dass Datendiebe in Besitz einer Mail-Adresse oder eines Benutzernamens (oft ist das ja dasselbe) und des dazugehörigen Passworts gekommen sind. Damit können sie die Cyber-Welt mit Spam-Mails verpesten (im günstigsten Fall) oder auf Kosten des Betroffenen einkaufen (im schlimmsten Fall). Warum bekommt man das Problem nicht in den Griff? Schuld ist sicher die Untätigkeit vieler Anbieter – aber auch die Bequemlichkeit der Nutzer. So bieten einige Dienste eine „Zwei-Faktor-Authentifizierung“ an, mit der man Webkonten sehr viel sicherer machen kann. Das Prinzip kann man sich vorstellen wie die Authentifizierung beim Online-Banking, wo neben den Log-in-Daten für jede Transaktion ein zusätzlicher Code abgefragt wird, den nur der Nutzer kennt. Doch schon die Namensgebung sorgt für Unklarheit. Mal heißt die Funktion „zweite Anmeldeüberprüfung“, mal ist von einem „Sicherheitsschlüssel“ die Rede. Auch das Anmeldeprozedere unterscheidet sich teilweise erheblich. Das Gros der deutschen Mail-Provider bietet die Technik noch gar nicht an. Immerhin lassen sich die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter, Apple-Konten, der Online-Speicher Dropbox, das Auktionshaus Ebay sowie der Bezahldienst Paypal auf diese Weise absichern.

Google geht ebenfalls mit gutem Beispiel voran. Gehen Sie unter „Konto“ ins Register „Sicherheit“. Bei „Passwort“ klicken Sie hinter „Bestätigung in zwei Schritten“ auf „Einrichten“. Was nun zu tun ist, wird im Weiteren gut erklärt. Sie geben eine Telefonnummer an, an die per SMS oder Sprachnachricht ein Code gesendet wird. Diesen müssen Sie eingeben, sobald Sie sich auf einem PC anmelden, um Zugang zu Google Mail, dem Kalender oder Ihre Chrome-Lesezeichen zu bekommen. Stufen Sie einen Rechner als vertrauenswürdig ein, wird er dort nicht mehr abgefragt. Unter Umständen müssen Sie auch die Google-Apps auf dem Smartphone oder Tablet neu anmelden. Kompliziert wird es, wenn Sie ein iPhone, Blackberry oder Windows Phone benutzen. Dann müssen Sie das Google-Passwort im Einstellungsmenü durch einen 16-stelligen Code ersetzen. Das ist vermutlich der Punkt, wo viele Nutzer aussteigen. Ihnen bleiben die Grundregeln für sichere Online-Konten: Halten Sie Browser und Software auf dem neusten Stand. Benutzen Sie eine regelmäßig aktualisierte Anti-Viren-Software und am besten ein zusätzliches Anti-Malware-Programm. Und vor allem: Denken Sie sich für jedes (!) Konto ein eigenes, für Dritte nicht nachvollziehbares Passwort aus. Wer auch dazu zu bequem ist, der muss eben mit dem Risiko leben.

Foto: Markus Bäcker  / pixelio.de

Steffen Haubner

Über Steffen Haubner

Steffen Haubner M.A. schloss 1997 sein Studium Soziologie an der Universität Hamburg ab. Seitdem arbeitet er als freier Autor und Fachlektor für zahlreiche Verlage und Publikationen mit den Schwerpunkten Technik und Neue Medien. Insbesondere widmet er sich den Themenbereichen Windows, Mobilfunk, Sicherheit, Games und Multimedia. Er ist für diverse Tageszeitungen und Magazine tätig. Außerdem verfasste er mehrere Belletristik-Titel und Fachbücher, zuletzt „Android-Tablets für Einsteiger“ (VKI, Wien 2014).

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