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Wie gefährlich sind Kinox.to & Co.?

Die Betreiber des illegalen Filmportals Kinox.to sind auf der Flucht, ihnen drohen mehrjährige Haftstrafen. Doch was ist mit den Benutzern? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was erwartet einen, wenn man Seiten wie kinox.to besucht?

Solche Seiten bieten ein riesiges Archiv von Filmen, die man durch einfaches Anklicken anschauen kann. Die Bild- und Tonqualität ist oft erbärmlich, das Programm wird begleitet von anzüglichen, aggressiven Werbeeinblendungen für Sex-Hotlines, aber auch seriöse Produkte. Im Unterschied zum Filesharing werden Inhalte gestreamt, nicht heruntergeladen. Gestreamte Videos werden über eine aktive Internetverbindung direkt zum einzelnen Nutzer geschickt. Dazu werden Sie in den Zwischenspeicher des PC geladen. Sobald die Verbindung unterbrochen wird, sind in der Regel auch keine Daten mehr auf der Festplatte.

Ist das Streamen urheberechtlich geschützter Filme strafbar?

„Strafbar ist das Bereitstellen solcher Inhalte,“ erklärt der Düsseldorfer Fachanwalt für IT-Recht Michael Terhaag. Ein systematischer Bruch des Urheberrechts werde mit hohen Gefängnisstrafen geahndet. „Die typische Argumentation der Betreiber, man biete lediglich Linkaderessen zu Servern an, auf denen die Inhalte liegen, greift zumeist nicht, zumal hinter Linkportal und Server oft die gleichen Hintermänner stehen.“

Ist es strafbar, urheberechtlich geschützte Filme anzuschauen?

Laut Michael Terhaag ist aktuell das bloße Konsumieren per Streaming  „urheberrechtlich nicht relevant“, da keine Daten heruntergeladen werden. „Wir sehen derzeit erste Entscheidungen, die dieser Auffassung entsprechen. Gleichwohl ist es nie garantiert, dass jeder Richter oder Staatsanwalt das genauso sieht. Mir ist aber kein Fall bekannt, bei dem es zu einer Verurteilung gekommen wäre.“

Ist es strafbar, geschützte Inhalte über Filesharing zu tauschen?

„Das ist selbstverständlich nach wie vor strafbar“, so Terhaag. „Denn beim Filesharing lädt man die Daten nicht nur herunter, sondern stellt sie automatisch auch anderen tausendfach zu Verfügung. Wer das tut, muss mit erheblichen Abmahnkosten und im schlimmsten Fall einer gerichtlichen Verurteilung rechnen, wenn er denn hierfür persönlich verantwortlich ist.“

Gibt es andere Risiken bei der Nutzung von Streaming-Diensten?

Die Wahrscheinlichkeit, dass illegale Streaming-Portale Schadsoftware aller Art verbreiten, ist extrem hoch. Nutzer werden verleitet, Software herunterzuladen, die angeblich die Übertragungsqualität verbessert. Es ist anzunehmen, dass sich dahinter unter anderem Spionageprogramme verbergen.

Steffen Haubner

Über Steffen Haubner

Steffen Haubner M.A. schloss 1997 sein Studium Soziologie an der Universität Hamburg ab. Seitdem arbeitet er als freier Autor und Fachlektor für zahlreiche Verlage und Publikationen mit den Schwerpunkten Technik und Neue Medien. Insbesondere widmet er sich den Themenbereichen Windows, Mobilfunk, Sicherheit, Games und Multimedia. Er ist für diverse Tageszeitungen und Magazine tätig. Außerdem verfasste er mehrere Belletristik-Titel und Fachbücher, zuletzt „Android-Tablets für Einsteiger“ (VKI, Wien 2014).

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