Foto: Bernd Lang / pixelio.de

PZ-Praxis-Tipp: „IncrediBar“ entfernen

Internet-Browser werden immer schlanker. Gleichzeitig scheinen die Bemühungen mancher Firmen zuzunehmen, die Surf-Software wieder zuzumüllen. So wundert man sich, wenn dauernd neue Funktionsleisten, englisch Toolbars, oben im Browser erscheinen. Nun kann man solch ungebetene Mitreisende auf der Web-Spritztour über die Eigenschaften-Menüs von Firefox & Co. meist recht schnell deaktivieren oder deinstallieren. Einige davon erweisen sich jedoch als ausgesprochen hartnäckig. Dazu zählt „IncrediBar“, eine besonders anhängliche Browser-Zecke, die den Nutzer mit dem unfreiwilligen Wechsel der Startseite und der Suchtools terrorisiert. Auf seiner Webseite beteuert der Hersteller seine guten Absichten. Die zahllosen verzweifelten Foreneinträge über die unfreiwillige und einfach nicht totzukriegende Erweiterung sprechen eine andere Sprache. Der Verursacher verweist bei Beschwerden auf ein Tool, mit dem man die von ihm in die Welt gesetzte Dauerbelästigung angeblich loswird. Doch warum sollte man jemandem vertrauen, der einem ungefragt Software unterjubelt, die sich nicht ohne weiteres wieder entfernen lässt?

Von vielen Anti-Malware-Programmen wird die Plage zwar als solche erkannt, nach meiner Erfahrung aber nicht dauerhaft ausgemerzt. Das Argument: Der Anbieter hat durchaus auch brauchbare Anwendungen wie das beliebte IncrediMail im Programm, sodass man nicht einfach alle Produkte als Schadsoftware klassifizieren könne. So werden Sie trotzdem wieder Herr des eigenen Browsers:

Entfernen Sie zuerst in Windows über „Systemsteuerung“ und „Programme und Features“ alle Programme mit „Incredi“ im Namen sowie den „Web Assistant“.  Im Firefox-Browser geben Sie nun in die Adresszeile „about:config“ ein. Firefox warnt Sie nun zu Recht davor, etwas Unüberlegtes zu tun. Denn hier ist Vorsicht geboten, damit Sie nicht versehentlich den ganzen Brwoser lahmlegen. Die anschließend erscheinende Liste durchsuchen Sie nach den Stichwörtern „Incredi“ und „MyStart“. Klicken Sie jeden der gefundenen Einträge mit der rechten Maustaste an und wählen Sie im Kontextmenü „Zurücksetzen“. Zuletzt müssen Sie noch im Firefox-Menü unter „Add-ons“ und „Erweiterungen“, falls vorhanden, den Eintrag „Web Assistant“ entfernen und Firefox neu starten. Auch unter Chrome können Sie diese Einträge in der Add-on-Verwaltung löschen. Klicken Sie dazu auf das Mülleimersymbol auf der echten Seite. Um sicherzugehen, dass die Nervensägen entfernt wurden, überprüfen Sie ihr System mit dem kostenlosen „AdwCleaner“.

Besser noch, Sie schützen sich von vornherein gegen den Browserleisten-Terror. Laden Sie Programme und Browser-Erweiterungen nur von verlässlichen Quellen herunter. Achten Sie beim Installieren darauf, dass Sie sich nicht unbesehen zusätzliche, nicht erwünschte Software auf den Rechner holen. Dazu genügt mitunter ein übersehenes Häkchen. Weitere Tipps für den sicheren Download finden Sie auf der Multimediaseite in der Printausgabe der Pirmasenser Zeitung vom Samstag, 24. Januar.

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Steffen Haubner

Über Steffen Haubner

Steffen Haubner M.A. schloss 1997 sein Studium Soziologie an der Universität Hamburg ab. Seitdem arbeitet er als freier Autor und Fachlektor für zahlreiche Verlage und Publikationen mit den Schwerpunkten Technik und Neue Medien. Insbesondere widmet er sich den Themenbereichen Windows, Mobilfunk, Sicherheit, Games und Multimedia. Er ist für diverse Tageszeitungen und Magazine tätig. Außerdem verfasste er mehrere Belletristik-Titel und Fachbücher, zuletzt „Android-Tablets für Einsteiger“ (VKI, Wien 2014).

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