Fitzner_Buch

Ein sozialer Bestseller

Soziale Netzwerke sind oft alles andere als sozial. Dass man mit ihrer Hilfe einiges bewegen kann, beweist dagegen das Beispiel des Oldenburger Schriftstellers Kai-Eric Fitzner. Dessen bereits 2006 erschienener Roman „Willkommen im Meer“ stürmt derzeit die Amazon-Bestsellerliste. Und das, obwohl der bislang weitgehend unbekannte Autor sein Werk im Selbstverlag publiziert hat und es bislang nur online zu beziehen war. Am 8. Mai, einen Tag vor seinem 45. Geburtstag, wurde Fitzner wegen Herzrhythmusstörungen ins Krankenhaus eingeliefert. Kurz darauf erlitt er einen Schlaganfall und liegt seitdem im künstlichen Koma. Die finanzielle Situation der Familie beschreibt seine Frau Raja als katastrophal. Auf der Facebook-Seite ihres Mannes richtete sie deshalb einen Appell an Freunde und Bekannte: „Ich bitte euch alle – kauft sein Buch, wenn es euch gefällt – verschenkt es, schreibt in euren Blogs darüber, erzählt es weiter, teilt den Link – helft mir, es bekannt zu machen!“ Tausende Male wurde die Botschaft seitdem geteilt, in den Kundenrezensionen bei Amazon häufen sich positive Stimmen zum Buch und gute Wünsche. Wie Amazon-Sprecher Tobias Tringali bestätigte, verzichtet der Online-Versandhändler auf die sonst üblichen Prozente am Verkaufserlös.

Inzwischen wandte sich Fitzners Frau mit folgendem Dankesschreiben an alle Helfer:

„Ihr lieben Menschen,

In den letzten Tagen fegte ein wahrer Lovestorm durchs Netz. Als ich vergangenen Dienstag voll Traurigkeit und tatsächlich auch Verzweiflung aufgerufen habe, Kais Buch zu kaufen, hätte ich niemals mit dieser gewaltigen Lawine gerechnet, die dadurch ins Rollen gebracht wurde.
Ich bin so ergriffen angesichts der wundervollen Kommentare, dieser Welle der Menschlichkeit, des Mitgefühls und der Hilfsbereitschaft, dass mir buchstäblich die Worte fehlen.
Zu sehen, welche Kraft dieser sozialen Netzgemeinde innewohnt – was innerhalb so kurzer Zeit erreicht werden kann – ist überwältigend.
Gemeinsam habt ihr geschafft, dass Kais gänzlich unbekannter Roman unzählige Male verkauft wurde und auf wunderbar freundliche Art habt den Riesenkonzern Amazon zu einer einzigartig menschlichen Geste verholfen – auf seinen Profit zu verzichten. Das ist märchenhaft!
Besonders schön sind die Kommentare und Rezensionen von Menschen, die das Buch kauften, um etwas Gutes zu tun und dann überraschend feststellen mussten, wie sehr es ihnen gefallen hat. Wie wunderbar ist das?
Auf unvergleichliche Weise hat uns Johannes Korten so viel geholfen (und er tut es noch), dass ich gar nicht weiß, wie wir ihm das je danken können.

Ich danke euch auch so sehr für all die Hilfsangebote und auch für das geschenkte Geld, was uns ganz unmittelbar sehr geholfen hat. Ich denke, unser größten finanziellen Schwierigkeiten sind weitgehend überwunden. Meine Bitte an euch: bewahrt euch diese Menschlichkeit! Es gibt so viele andere Menschen in Not!
Uns habt ihr schon gerettet – auf so viele Arten und Weisen!
Ich denke, von hier an schaffen wir es selber weiter.
Was wir weiterhin gerne annehmen, sind eure guten Wünsche für Kai und uns als Familie. Auch wenn ich zeitlich nicht schaffe, sie alle zu beantworten, seid euch gewiss – ich lese sie alle und gebe sie an Kai weiter.
Ich bin überzeugt,, dass diese gebündelte positive Energie ihm die Kraft geben wird zu genesen!
Und natürlich freuen wir uns über weitere Buchkäufe, Rezensionen und Empfehlungen!

Meinen Dank an euch alle von ganzem Herzen!“

Steffen Haubner

Über Steffen Haubner

Steffen Haubner M.A. schloss 1997 sein Studium Soziologie an der Universität Hamburg ab. Seitdem arbeitet er als freier Autor und Fachlektor für zahlreiche Verlage und Publikationen mit den Schwerpunkten Technik und Neue Medien. Insbesondere widmet er sich den Themenbereichen Windows, Mobilfunk, Sicherheit, Games und Multimedia. Er ist für diverse Tageszeitungen und Magazine tätig. Außerdem verfasste er mehrere Belletristik-Titel und Fachbücher, zuletzt „Android-Tablets für Einsteiger“ (VKI, Wien 2014).

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