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Frisch angezockt im Januar

„Kabooom!“ Wer auf farbenfrohe Explosionen und einstürzende Neubauten steht, kommt bei „Just Cause 3“ (Square Enix, für PC, PS4, Xbox One, ab 18 Jahren, ca. 70 Euro) voll auf seine Kosten. Abermals zieht Rico Rodriguez aus, um ein Inselreich von einem fiesen Diktator zu befreien – diesmal seine eigene Heimat. Mit Greifhaken, Wingsuit, Fallschirm und Helikopter schwingt er sich in die Lüfte, brettert mit diversen Vehikeln – GTA lässt grüßen – durch eine gigantische Umgebung, die von Traumstränden und subtropischer Vegetation bis hin zu verschneiten Berghängen alles bietet, was das Touristenherz begehrt – wenn nur die Luft nicht so bleihaltig wäre! Im Grunde geht es aber nur darum, alles, aber wirklich alles in Grund und Boden zu sprengen. Das ist toll inszeniert, macht Laune und ist genau das Richtige, um sich mal so richtig abzureagieren. Auf Dauer wird das Spektakel allerdings doch etwas eintönig, außerdem zehren technische Schnitzer am Spielspaß. So wollte die von uns getestete PS4-Version den aktuellen Spielstand mitunter einfach nicht speichern. Hinzu kommen unfassbar doofe KI-Gegner, eine hakelige Steuerung und diverse Ungereimtheiten. Wer sich daran nicht stört, findet in „Just Cause 3“ einen wunderbar sinnbefreiten Detonationssimulator.

Deutlich ruhiger geht es bei „Mario & Luigi: Paper Jam Bros.“ (Nintendo für 3DS, ohne Altersbeschränkung, ca. 60 Euro) zu. Marios wie immer tollpatschiger Bruder setzt zu Beginn eine Art zweidimensionales Paralleluniversum zum Pilzkönigreich frei. Fortan sind nicht nur Prinzessin Peach und Co. doppelt vorhanden, sondern auch alle Widersacher inklusive Koopa-König Bowser doppelt vorhanden. Ziemlich genau vor 15 Jahren erschien das erste „Paper Mario“, das aus dem Wechsel zwischen 3D und 2D Funken schlug. Wer nach diversen Sequels und Sin-offs meint, dass aus dieser Idee allmählich die Luft raus ist, darf sich von „Mario & Luigi: Paper Jam Bros.“ eines Besseren belehren lassen. Die Verknüpfung der Mario-und-Luigi-Welt mit dem Paper-Mario-Prinzip geht auf und bietet einen gelungenen Mix aus Welterkundung, Jump-and-Run-Elementen und rundenbasierten Kämpfen. Das Trio aus Luigi, Mario und dessen papiernem Doppelgänger muss dabei mit vereinten Kräften Hindernisse überwinden und Boss-Gegnern zu Leibe rücken. Das fesselt nicht nur junge Spieler für viele Stunden an die Konsole.

Open-World-Spielplätze liegen schwer im Trend, Tag für Tag tummeln sich Tausende von Spielern auf den Servern in Online-Schlachten und Wettrennen rund um den Globus. „The Crew“ ( Ubisoft für PC, PS4 und Xbox One, ab 12 Jahren, ca. 50 Euro) vereint Autorennen mit einer packenden Undercover-Story auf einer gigantischen Karte der USA. Gab es schon bisher viel zu tun, setzt die jetzt erschienene „Wild Run Edition“ noch einiges drauf.  So gehören nun auch Dragster, Monster-Trucks und Motorräder zum Fuhrpark. Im wahrsten Sinne des Wortes an jeder Straßenecke warten Herausforderungen auf den Spieler. Im Vergleich zum vor einem Jahr erschienenen Hauptspiel wurde die Grafik deutlich aufgebohrt – lobenswerterweise profitieren davon per Download auch jene, die das Spiel bereits besitzen.t

Steffen Haubner

Über Steffen Haubner

Steffen Haubner M.A. schloss 1997 sein Studium Soziologie an der Universität Hamburg ab. Seitdem arbeitet er als freier Autor und Fachlektor für zahlreiche Verlage und Publikationen mit den Schwerpunkten Technik und Neue Medien. Insbesondere widmet er sich den Themenbereichen Windows, Mobilfunk, Sicherheit, Games und Multimedia. Er ist für diverse Tageszeitungen und Magazine tätig. Außerdem verfasste er mehrere Belletristik-Titel und Fachbücher, zuletzt „Android-Tablets für Einsteiger“ (VKI, Wien 2014).

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