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WhatsApp: Warum man jetzt wechseln sollte

An WhatsApp kommt man derzeit kaum vorbei: Wenn der Sportverein darüber seine Termine kommuniziert oder Kollegen und Mitschüler sich über die App des Gratis-Messengers unterhalten, bleibt einem kaum etwas anderes übrig, als mitzuziehen. Nun hat der milliardenschwere WhatsApp-Erfinder Jan Koum das Unternehmen verlassen. Wahrscheinlicher Grund: Differenzen mit Facebook-Chef Mark Zuckerberg, der WhatsApp 2014 für eine Rekordsumme von 22 Milliarden Dollar kaufte. Damit wird es nun wahrscheinlicher, dass der bislang strenge Datenschutz gelockert wird, um endlich Kapital aus den Daten von Millionen Nutzern zu schlagen – eben ganz nach dem Vorbild des seit langem heftig kritisierten sozialen Netzwerks. Damit wäre es für Familien, Vereine und andere Nutzergruppen spätestens jetzt höchste Zeit, sich nach Alternativen umzusehen. Und davon gibt es einige, die in Sachen Komfort und Funktionsumfang ganz locker mit dem Marktführer mithalten zu können.

Threema der Schweizer Firma Kasper Systems gibt es zu Preisen zwischen einmalig 2,49 und 3,49 Euro als App für Android und iOS. Zum Einsatz kommt die asymmetrische Codierung, wie man sie von E-Mail-Programmen her kennt. So muss man zunächst ein Schlüsselpaar erstellen, was nach dem Zufallsprinzip durch das Bewegen des Fingers auf dem Touchscreen geschieht. Der öffentliche Teil wird an den Server gesendet, der private bleibt geheim auf dem Gerät des Nutzers. Neben Textnachrichten können Fotos, Videos und Sprachnachrichten verschickt und Gruppenchats erstellt werden. Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet auch die kostenlose App Telegram, die laut Anbieter bereits von 200 Millionen Menschen genutzt wird. Ende-zu-Ende bedeutet, dass die Nachricht schon beim Versand für Dritte unlesbar gemacht und erst auf dem Gerät des Empfängers wieder entschlüsselt wird. Vertrauliche Botschaften kann man auch mit Signal (Open Whispers Systems, kostenlos, für Android und iOS) austauschen. Sogar verschlüsselte Telefonate sind möglich, ganz ohne komplizierte Einrichtung. Der Haken: Alle Kommunikationsteilnehmer müssen ebenfalls bei Signal registriert sein. Das Positive: Mit jedem Facebook-Skandal wird es einfacher, andere davon zu überzeugen, sich eine Alternative aufs Smartphone zu holen.

 

Steffen Haubner

Über Steffen Haubner

Steffen Haubner M.A. schloss 1997 sein Studium Soziologie an der Universität Hamburg ab. Seitdem arbeitet er als freier Autor und Fachlektor für zahlreiche Verlage und Publikationen mit den Schwerpunkten Technik und Neue Medien. Insbesondere widmet er sich den Themenbereichen Windows, Mobilfunk, Sicherheit, Games und Multimedia. Er ist für diverse Tageszeitungen und Magazine tätig. Außerdem verfasste er mehrere Belletristik-Titel und Fachbücher, zuletzt „Android-Tablets für Einsteiger“ (VKI, Wien 2014).

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