BSI-Gebauedeeingang

BSI: Sicherheitslücke in macOS

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn warnt aktuell vor einer schwerwiegenden Sicherheitslücke im Apple-Betriebssystem macOS 10.13 (High Sierra), die es ermöglicht, sich ohne die Eingabe eines Passwortes mit vollen administrativen Rechten auf einem diesem System anzumelden.
Bei betroffenen Computern können mit dem Nutzernamen „root“ und einer leeren Passwortzeile Sicherheitseinstellungen überwunden werden, indem mehrfach auf
„Schutz aufheben“ geklickt wird. Anschließend kann sich der Angreifer ohne die Eingabe eines Passwortes als Benutzer „root“ mit vollen administrativen Rechten auf einem verwundbaren System anmelden.Dieser Vorgang ist unter bestimmten Voraussetzungen über das Apple-eigene Remote Access Tool auch ohne physischen Zugriff auf das Gerät möglich. Andere Wege zur Ausnutzung dieser Schwachstelle sind denkbar.
Das BSI empfiehlt die explizite Vergabe eines starken Passworts für den root-Account betroffener Apple-Computer. Daneben sollten auch passwortgeschützte Apple-Computer nicht unbeaufsichtigt gelassen werden. Apple hat bekanntgegeben, in Kürze ein Sicherheitsupdate zur Verfügung stellen zu wollen. Sobald das Update veröffentlicht ist, sollten Anwender es einspielen.
Folgende Maßnahmen empfiehlt das BSI zur Absicherung betroffener Systeme:

Die Schwachstelle kann abgesichert werden, indem ein Passwort für den
root-Account gesetzt wird.
– Folgendes Kommando setzt ein Passwort für den root-Account über die
Kommandozeile: „sudo passwd -u root“
– Apple bietet auf seinen Support-Seiten eine Beschreibung für die Änderung
des root-Passwort über die Benutzeroberfläche an. Die Beschreibung ist
derzeit nur auf der englischen Supportseite enthalten. Falls der root-Account
noch nicht aktiviert wurde, muss dieser vorher erst aktiviert werden. Das
Vorgehen dafür ist ebenfalls auf den genannten Seiten beschrieben.
– Der root-Account darf nicht deaktiviert werden, da dies die Lücke sonst
wieder öffnen würde.
– Zusätzlich kann der eingebaute Remotezugriffe über „Systemeinstellungen ->
Freigaben -> Bildschirmfreigabe / Entfernte Verwaltung / Entfernte Anmeldung“
deaktiviert werden, wenn dieser nicht benötigt wird.
– Grundsätzlich sollten die automatischen Updates des Betriebssystems
aktiviert werden. Die Einstellungen sind standardmäßig gesetzt und können wie
folgt überprüft werden.
– Klicken Sie in den Systemeinstellungen auf das Symbol „App Store“ und prüfen
Sie, ob folgende Optionen aktiviert sind:
Automatisch nach Updates suchen
Neu verfügbare Updates im Hintergrund laden
Systemdatendateien und Sicherheits-Updates installieren
Quelle: Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (https://www.bsi.bund.de)

Über Steffen Haubner

Steffen Haubner M.A. schloss 1997 sein Studium Soziologie an der Universität Hamburg ab. Seitdem arbeitet er als freier Autor und Fachlektor für zahlreiche Verlage und Publikationen mit den Schwerpunkten Technik und Neue Medien. Insbesondere widmet er sich den Themenbereichen Windows, Mobilfunk, Sicherheit, Games und Multimedia. Er ist für diverse Tageszeitungen und Magazine tätig. Außerdem verfasste er mehrere Belletristik-Titel und Fachbücher, zuletzt „Android-Tablets für Einsteiger“ (VKI, Wien 2014).